Temperaturen zum Schmelzen

Sascha Jecht

1. Juli 2026

Auch Nürnberg war aus den Fugen, als es schwarzdampfend zwischen heißem Eisen und Beton hervorquoll. Auffällig sind die ähnlichen Bilder: große Kreuzungen und Haltestellen, schrubbende Arbeiter in praller Sonne oder bei Nacht.

Auch wenn man angesichts der Ereignisse 2021 in Karlsruhe wohl nicht ganz so überrascht hätte sein müssen, sollte uns das Thema dieses Jahr doch noch grundsätzlicher beschäftigen.

Die üblichen Ausrufungen nach der klimaresistenten Stadt dürften durch fehlende Haushaltsmittel in eingeübter Gewohnheit in weitere asphaltierte Radwege münden oder plumper: in etwas hitzeresistentere Fugenmasse.

Angesichts der heißer werdenden Sommer und einer stärker beanspruchten Infrastruktur muss unsere Antwort umfassender sein. Denn die großen Knotenpunkte, an denen sich Fußgänger, Radverkehr, Pkw und Straßenbahn kreuzen, sind sensible Punkte des Verkehrsnetzes.

Ihr Ausfall kostet nicht nur viel Geld und Nerven, sondern bedeutet auch zahlreiche Gefährdungen. Die Umbauten der letzten Jahre scheinen diese Prämissen zu wenig berücksichtigt zu haben.

Neben mehr Stadtgrün und Bäumen, was wünschenswert ist, können auch städtebauliche Mittel eingesetzt werden, um beispielsweise durch Hochpunkte und bauliche Anlagen im Straßenraum den Hitzeeintrag gezielt zu verringern.

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