Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes und der ungewissen Zukunft lohnt ein Blick zurück. Anfang der 90er Jahre waren rund 85 % aller Wohnungen genossenschaftlich oder öffentlich; allein die LWB besaß 137.000 Wohnungen von insgesamt 260.000 bei
510.000 Einwohnern, die Mietkosten lagen bei rund 15 % des Einkommens.
Nach der Wieder-Enteignung, Privatisierung und dem Altschuldenhilfegesetz als Abrisswelle wurden die Baugesellschaften durch den geförderten Wohnraumrückbau wieder solvent, die Besitzverhältnisse veränderten sich jedoch ebenfalls.
In manchen Quartieren sank somit der Anteil ostdeutscher Eigentümer auf unter 30 %, denn kaum ein Leipziger war damals wie
heute für den Immobilienerwerb finanziell bereit. So fließen Mietgewinne aus der Stadt ab, Wohnraum ist inzwischen wieder knapp, die Mietkosten liegen bei 30-40 % vom Einkommen.
Hohe Baukosten und Regularien, Sparhaushalte und stellenweise überbordende Prozesse lassen eine Verbesserung utopisch erscheinen. Ähnlich wie beim damaligen Stadtumbau Ost braucht es für die Gegenwart ein ebenso ambitioniertes und finanziell untersetztes
Programm, diesmal aber nicht für den Abriss ganzer Stadtquartiere, sondern für Wohnungsbau sowie zur Stärkung lokaler Eigentumsstrukturen wie bspw. des selbstgenutzten Wohneigentums.






