Von der Nobelpreisträgerin bis zum sächsischen Krimi-Autor: drei Jahrzehnte lang haben sich Romanciers, Lyrikerinnen, Übersetzerinnen und Publizisten am Gerichtsweg 28 die Klinke in die Hand gegeben, und all das ohne städtische Förderung. Ausgerechnet jetzt, in der heikelsten Haushaltslage seit langem, sind die alten Finanzierungstöpfe leer, und im Literaturhaus drohen die Lichter auszugehen.
Wenn gerade keine Buchmesse ist – also an 361 Tagen pro Jahr –, ist das Literaturhaus der wichtigste Ort für Lesungen, literarisch-musikalische Abende, Gesprächsrunden oder Schreibwerkstätten für Kinder. In Zeiten, in denen uns die grundlegende Kulturtechnik des Lesens zunehmend zu entgleiten droht, wäre ein solches Haus wichtiger denn je. Für die Buchstadt Leipzig wäre es blamabel, wenn sich seine Türen für immer schlössen.
Das ließe sich – nur um mal die Relationen zu verdeutlichen – mit 0,3 % der Mittel verhindern, die uns unsere Oper jedes Jahr zu Recht wert ist. Aber da gerade jeder Euro auf dem Prüfstand steht, ist selbst das nicht so leicht zu stemmen. Die kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher von Grünen, Linken, SPD und BSW haben eine Initiative gestartet, um die Zukunft des Hauses zu sichern. Ob es dafür eine Mehrheit in der Ratsversammlung geben wird?







