Leipzig und die Kunstfreiheit

Marco Zscherny, Leipziger Stadtrat (BSW)

26. November 2025

Ein Jahr nach dem Eklat um die Absetzung des Stückes „And Here I Am“ wird der Künstler Ahmed Tobasi aus Palästina vom 21. bis 23. November in Leipzig auftreten. Zu verdanken ist dies dem Kollektiv „Artists for Cultural Freedom“, das auf die Ausladung des Künstlers mit Solidarität reagiert.

Vor einem Jahr wurde Tobasis Stück abgesetzt, der Leiter des Festivals euro-scene wurde als Antisemit beschimpft und ihm mit der Rücknahme der Fördermittel gedroht. Begründet wurde dieser eklatante Eingriff in die Kunstfreiheit mit einem Beschluss des Leipziger Stadtrats von 2019. Dieser erklärte die BDS-Kampagne für „antisemitisch“ und beschloss:  Keine Einrichtung in Leipzig solle mehr öffentliche Gelder der Stadt erhalten, wenn sie Künstler oder sonstige Personen unterstützt, die sich für BDS aussprechen- wie es die Heimatbühne des Künstlers Tobasi im Flüchtlingslager Jenin in Palästina tut.

Die BDS-Kampagne bezeichnet das israelische Regime seit 2005 als Apartheid und fordert seitdem den Boykott des Staates, bis dieser sich an das Völkerrecht halte.

Laut Gutachten des Internationalen Gerichtshofes vom Juli 2024 verstößt Israels Politik der Trennung zwischen jüdischen Siedlern und Palästinensern im Westjordanland und Ost-Jerusalem gegen Artikel 3 der UN-Rassendiskriminierungskonvention.

 

 

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