Sie haben es natürlich gleich erraten – das ist Bosnisch und heißt „Leipziger Platz“, und diesen Platz gibt es tatsächlich: nicht als versteckten Winkel an irgendeiner Peripherie, sondern als höchst lebendigen Ort mitten im Zentrum von Travnik, der Stadt der vielen Minarette, der Rosenbüsche und der umliegenden Berghänge, an denen man auf Bären, Hornvipern und Minen stoßen kann. Die Namensgebung ehrt vor allem das Wirken des Städtepartnerschaftsvereins, der sich seit mehr als einem Vierteljahrhundert für das Miteinander beider Kommunen engagiert.
Während einer Bürgerreise (schlappe 17,5 Busstunden und echte Kontrollen an der EU-Außengrenze!) konnte ich mich kürzlich selbst davon überzeugen. Das ist keine Städtepartnerschaft, die vor allem aus zeremoniellem Händeschütteln von Krawattenträgern besteht, sondern eine einfallsreiche und entschlossene bürgerschaftliche Unternehmung von der Basis her: Besuche im Kindergarten, in einem Behindertenzentrum, in der Musikschule, nützliche und willkommene Gastgeschenke, Gespräche mit langjährigen Freunden über nächste Kooperationsschritte. Eine beeindruckende und geradezu modellhafte Initiative – vielleicht auch ein Vorbild für künftige Städtepartnerschaften, von denen wir angesichts der politischen Weltlage kaum zu träumen wagen?
Trg Grada Lajpciga

30. Juli 2025
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