Nach der Sommerpause wird’s ernst: Der Stadtrat muss über eine Vorlage entscheiden, nach der ein Waldstück weichen soll, damit RB Leipzig seine Trainingsplätze erweitern und die Kleinmesse am ursprünglichen Standort verbleiben kann. Es handelt sich um ein spontan gewachsenes, etwas rumpliges Wäldchen, das sich in Sachen Pflanzenvielfalt nicht mit dem Auwald messen kann.
Aber es erfüllt seine Waldfunktion vollkommen, wenn es um Wasserspeicherung und Kühlung des Mikroklimas geht. Außerdem ist es, wenn man sich den städtischen Wald in Form einer Sanduhr vorstellt, die superschmale eingeschnürte Mitte – ein wichtiger Korridor für viele Vogel- und Insektenarten. Solch ein Biotop sollte man nicht leichtfertig opfern. Freilich ist das Terrain heiß umkämpft: Kleinmesse, RB und Naturschützer haben allesamt legitime Erwartungen und Ansprüche.
Unsere Fraktion hat einen Änderungsantrag vorgelegt, der den Fortbestand des Wäldchens sichert und allen Akteuren Kompromisse abverlangt. Vielleicht sind ja am Ende alle gleichermaßen unzufrieden, was ein gutes Indiz für Ausgewogenheit wäre. Wo es keine perfekte Lösung gibt, muss man eben die am wenigsten schlechte finden.
Letztlich hilft doch alles nichts: Uns stehen diese Flächen nur einmal zur Verfügung – es gibt keine zweite Etage!








