Drohnen- oder Kriegsalarm?

1. September 2026

Der deutsche Überfall auf Polen vor 87 Jahren startete mit einer Kriegslüge: einem angeblichen polnischen Überfall auf den deutschen Radiosender Gleiwitz. Die Mahnung des 1. September, der in den Schulen der DDR im Unterschied zu heute mit großem Ernst begangen wurde, ist also nicht nur eine Warnung vor Krieg an sich, sondern auch vor der Instrumentalisierung von Nachrichten für Krieg.

Fast 87 Jahre nach Gleiwitz, am Tag nach dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen, „wussten“ wieder mal alle Deutschen, wer es war. Dabei ist gar nichts klar. Wie viele russische Waffen verlassen sich auf selbstgebaute Zünder in Konservendosen? Aber auch: Welche ‚ausländische Macht‘ (Dobrindt) hat eigentlich eine Motivation, in Deutschland die öffentliche Debatte in Richtung Kriegsertüchtigung anzuheizen?

Natürlich müssen die Täter vor Gericht, und die Flugsicherheit muss erhöht werden. Aber eigentlich ist es egal, wer den Vorfall inszenierte. Denn er bringt anders Klarheit: Die Vision von explodierenden Flugzeugen 20 km vom Stadtzentrum führt uns Leipzigern die Gefahren eines Kriegs in einer Nähe und Konkretheit vor Augen, die zeigt, wie lebensgefährlich es für jeden von uns hier ist, den Ukraine-Krieg bewusst weiter schwelen zu lassen – und nicht mit Moskau zu verhandeln.

 

 

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