2008 kam von Berlin aus die Denkmalidee über Leipzig und geistert
seitdem variantenreich umher. Auch der letzte Anlauf mit „Banner,
Fahnen, Transparente“ vermochte es nicht, die Stadtgesellschaft zu einen.
Die weißen Flächen bleiben sicher nicht lang blank und bedeuten
Folgekosten in Zeiten schwierigen Haushaltens. Hier braucht es
mindestens einen rechtlichen Rahmen mit den Künstlern, ab wann und wie
zu reinigen ist. Die abstrahierten Banner mögen entwerferisch geschickt
sein, aber wenig gefeit vor dem historischen Vergleich. Dies gilt auch für
den Wilhelm-Leuschner-Platz, der schon einmal durchgefallen war. Der
Bezug zur Deutschen Einheit scheint angesichts von ökonomischen
Unterschieden und gesellschaftlicher Polarisierung zwischen Ost und West
unpassend. Dass die Konzeption des Denkmals als Forum – und damit
entrückt von den historischen Ereignissen des Oktobers 89 hin zu
Gegenwart, Zukunft und sogar über die Landesgrenzen hinaus – dieses
Spannungsfeld vermittelt, ist sehr optimistisch gedacht. Aus dieser Kritik
fordert die BSW-Fraktion einen Bürgerentscheid, er wäre das einzige
Mittel, Klarheit und breite Akzeptanz zu schaffen, und der wohl denkbar
beste Abschluss für ein Denkmal im Sinne von Freiheit, Einheit und
Demokratie.
Freiheit, Einheit, Denkmal?

16. April 2025
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