Mein Name ist Thomas Kachel, ich bin der friedenspolitische Sprecher der Stadtratsfraktion des BSW im Leipziger Stadtrat.
Zuerst möchte ich allen Beteiligten aus der Zivilgesellschaft danken, die die Einbringung unseres Antrags auf Hilfe für die Kononowitsch-Brüder unterstützt haben, und vor allem meinem Kollegen Marco Zscherny, der den Antrag initiierte und einbrachte.
Dieses Jahr feiern wir 80 Jahre Befreiung vom Faschismus, ein Ereignis, dass die Welt z.B. durch die Gründung der UNO und die Herstellung des Systems des internationalen Rechts nachhaltig geprägt hat. Grundlage war dafür der Schwur der Überlebenden von Buchenwald, stellvertretend für alle Opfer des 2. Weltkriegs: ‚Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Dieses Motto weist hin auf die Symbiose von Kapitalismus und Faschismus, auf die Symbiose von wirtschaftlichen Interessen und massenmörde-rischer Politik.
Bis vor kurzem galt das Motto in der Öffentlichkeit der Bundes-republik als kommunistisch und verdächtig. Seit wenigen Jahren ist es auf einmal wieder mehr zu hören. Und auch nicht vollständig – nie wieder Faschismus, wird seit 20 Jahren neu intoniert, der zweite Teil ‚Nie wieder Krieg‘ wird absichtsvoll weggelassen. Die geopolitischen Gegner des Westens sollen keine solchen sein, sie sollen persönlich, psychologisch böse sein sein, Autokraten – ein Begriff, dessen reale Bedeutung mir bis jetzt noch niemand definieren konnte – kleine Hitlers also. Immer wieder werden uns die neuen Hitlers vorgeführt – erst soll 1998 Milosewic ein neuer Hitler gewesen sein, dann fand sich Saddam Hussein als Hitler auf der Frontseite des Spiegel, dann Gaddafi -jetzt ist Putin der neue Hitler, zumindest wird solchen Darstellungen nicht explizit widersprochen. Dass damit die nazistischen deutschen Verbrechen von 1933 bis 1945 relativiert werden, stört bei den Gebern solche Stichworte, und ihren willigen medialen Verbreitern in Deutschland offenbar niemanden!
Gerade weil sich Teile der antifaschistischen Bewegung von der materialistischen Geschichtsauffassung entfernt haben, und der Antifaschismusbegriff – in dieser heruntergedummten Form – nun sogar z.B. in der CDU en vogue wird – gerade deswegen ist es an der Zeit liebe Friedensfreunde, dass wir die Friedensbewegten, uns des Schwurs von Buchenwald wieder annehmen.
Wir bestehen auf der Wahrheit: Dass derjenige, der Faschismus meint, und vom Kapitalismus nicht sprechen will, lieber schweigen sollte, wie Max Horkheimer treffend formulierte. Wir wissen, dass eine solche selbstgerechte Herunterdummung von Geschichte in den Medien nur zu einem dient, nämlich Krieg möglich, und Frieden im Zweifel unmöglich zu machen, solange es den eigenen Interessen dient.
Am 25.4. 1945 – vor 80 Jahren – überwandten Soldaten der Sowjetarmee und der US Army bei Torgau den deutschen Faschismus, und auch die Differenzen zwischen ihren Ländern, um sich dem Schwur von Buchenwald anzuschließen, und Frieden zu fordern: Der Faschismus war besiegt, nun sollte Frieden sein. Kommt am nächsten Sonnabend, dem 26.4. alle zum Friedensmarsch nach Torgau, um an diesen 80. Jahrestag wieder an den vollständigen Schwur von Buchenwald zu erinnern: Nie wieder Faschismus, UND Nie wieder Krieg!
Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

24. April 2025
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